Hypnose gestern und heute

Geschichte der Hypnose
Die Hypnose ist schon seit dem 5.-3. Jahrhundert vor Chr. bei Indern und Ägyptern bekannt. Viele Kulturen, darunter Balinesen, Aborigines, Indianer, die Völker des Himalajaraumes und der Südsee wie auch die afrikanischen Medizinmänner kannten und kennen Formen der Trance und Hypnose zur Dämonenvertreibung und Heilung.
In unseren Regionen waren es die Griechen und Römer, die die suggestive Kraft der Hypnose vor allem in Ärzteschulen lehrten. Paracelsus (1493 – 1541) war der erste Deutsche, der sich mit der Forschung dieser Phänomene beschäftigte und zu dem Schluss kam, dass jeder Mensch seinen eigenen Arzt immer „in“ sich trägt.
Im Mittelalter war es dann die Kirche, die jegliche nicht erklärbaren Heilungspraktiken verbot und mit Härte und Strenge verfolgte. Die Verurteilung all dessen, was wir heute als Fähigkeiten und Kräfte der Psyche erkannt haben, hinterließ in den Menschen einen tiefeingeprägten Eindruck, der sich über Generationen bis in unsere Zeit gewissermaßen vererbte. In ihm wurzelt die Tatsache, dass wir bis heute nur das bewusste und das rationale Denken gelten lassen und ein tiefes Misstrauen gegen alles nicht Greifbare, nicht Materielle hegen.
Die neuere Geschichte der Hypnose wird außerdem überschattet von der Schau- bzw. Bühnen-Hypnose, die sehr faszinierende, aber auch abschreckende Beispiele für die Manipulation von Menschen darstellen. Der erste, der sich wieder ernsthaft mit ihr beschäftigte, war der schwäbische Arzt Franz Anton Mesmer (1734 – 1815). Mesmer untersuchte die psychotherapeutischen Möglichkeiten der Hypnose. Es folgten Abbé Faria, Sigmund Freud, Emile Coué, Iwan Petrowitsch Pawlow, Otto Wetterstrand, Johannes Heinrich Schulz, O. Vogt, Kurt Tepperwein und viele andere.
Eine neue Ära begann in den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts mit dem amerikanischen Psychiater Milton Erickson, der als Begründer der modernen Hypnose gilt. Seiner Meinung nach fördert die Trance die Kreativität des Menschen, so dass dieser sich aus eigener Kraft zu helfen vermag.
Stand der Hypnoseforschung heute
Hypnose ist ein Zustand, der vom Schlaf deutlich abweicht, wie Untersuchungen mit dem EEG (Elektroenzephalogramm = Messgerät für Hirnströme) zeigen. Sogenannte „Wachpunkte“ in der Gehirnrinde sorgen dafür, dass ein Rapport (Unterhaltung) zwischen Patient und Therapeut immer erhalten bleibt.
Mit modernen wissenschaftlichen Methoden ist inzwischen die Wirksamkeit der Hypnose bestätigt worden.
Jeder Reiz, auch während des Wach-Schlafes, hinterlässt eine Spur (Engramm) im Gedächtnis. Die Summe aller ererbten und erworbenen Engramme ist die Mneme (das Gedächtnis).
Beispiele für den Ablauf von Reizen sind auch die Reflexe, z. B. Speichelfluss beim Anblick einer Zitrone, auch Gedanken an die Säure reichen aus;
das Hören von ein paar Tönen, um das Lied sofort vollständig erinnern zu können; das „Muskelgedächtnis“, wenn es um das Tanzen oder Schwimmen geht; Panikreaktionen auf Grund einer Erinnerung an eine ähnliche Situation Jahre vorher usw.
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