Hypnose als Heilverfahren

Was ist Heilhypnose?
Durch Hypnose (griech. Schlaf) gelingt es, äußere Reize auszublenden und die Konzentration ganz auf das innere Erleben zu richten. Das Rationale rückt in den Hintergrund, das Unterbewusstsein wird für Bilder und Suggestionen empfänglich.
Hypnose ist ein Schlaf-Wach-Zustand, bei dem das Unterbewusstsein sozusagen zugeschaltet wird, um entweder von früher zu berichten oder neue Informationen zu erhalten.
Die positive Beeinflussung wird jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn die neuen Denk- und Handlungsimpulse der Persönlichkeitsstruktur des einzelnen Hilfesuchenden genau entsprechen. Die Angst, die Kontrolle über sich zu verlieren, ist in jedem Fall unbegründet, denn ein Mensch in Trance ist nicht bewusstlos. Er weiß ständig, was er sagt und tut und kann später an alles erinnert werden.
Der Erfolg der Hypnosetherapie besteht darin, dass das Unterbewusstsein durch vorab besprochene Formeln positive neue Impulse erhält, die es dann später umsetzt. Die Hypnosetherapie trägt zu einer positiven Denkstruktur bei. Sind positive Suggestionen einmal im Unterbewusstsein eingespeichert, sind sie auch sofort abrufbar.
Vor jeder Behandlung werden die formelhaften Eingebungen besprochen und individuell auf die Ziele, Wünsche und den Heilungsverlauf abgestimmt.
Hypnose als Heilverfahren
Wie bei der Meditation und beim autogenen Training führt die Hypnose in einen wunderbar ausgeglichenen Ruhezustand. Dieser ist nicht nur entspannend für Nerven und Muskeln, sondern wirkt zugleich auch positiv auf den Gemütszustand. Voraussetzung ist das Vorgespräch.
Die Suggestibilät des Patienten ist individuell verschieden und hängt außer vom Vertrauen auch vom Leidensdruck und der inneren Bereitschaft, sich helfen zu lassen, ab.
Bei jeder Ersthypnose wird die Hypnotisierbarkeit bzw. Suggestibilität vorab getestet. Ziel jeder Hypnose ist es, die Aufmerksamkeit auf vorher besprochene positive Formeln, Wünsche, und Verhaltensänderungen zu richten. Nur so lernt der Patient, sein gesamtes Kraftpotential einzusetzen und sich selbst zu verwirklichen, während er sich vollkommen entspannt und fast schläfrig fühlt.
Vor allem bei psychischen Störungen, deren Ursachen sich bis in die Kindheit zurückverfolgen lassen, kann die Behandlung mehrere Sitzungen brauchen.

Durchführung der medizinischen Heilhypnose
Der Patient liegt ganz bequem auf eine Liege. Der Therapeut sitzt daneben und erklärt, dass er immer alles im Voraus sagen wird, was geschieht. Das Ansprechen der Atmung und des harmonischen Herzschlages dient dazu, dass die Körperfunktionen automatisch in einen Ruhezustand umschalten. Nach dieser Beruhigungsphase erfolgt die Einleitung entweder durch einen kleinen Kegel oder durch das Auflegen der Hand auf die Stirn und dem Schließen der Augen. Eine kleine Phantasiereise in ein wunderschönes Tal lässt den Ruhezustand noch tiefer und entspannender werden, so dass sich langsam das Tagesbewusstsein ausschaltet. Nachdem Schwere und Wärme empfunden wurde, kommt der Patient dann in einen vertieften Ruhezustand, in dem sein Unterbewusstsein langsam Schritt für Schritt auftaucht. In dieser Phase der Hypnose werden nun die therapeutisch gewünschten und vorher genau besprochenen Suggestionen „eingegeben“, wobei immer wieder die Konzentration auf die Stimme des Therapeuten betont wird, damit der Rapport (Melde- Sendebereitschaft) nicht abbricht.
Die Anästhesie-Hypnose
Da die Hypnose sämtliche Empfindungen beeinflussen kann, wird sie nicht nur zur Behandlung von Schmerzzuständen eingesetzt, sondern auch zur Erzeugung einer Anästhesie bei chirurgischen Eingriffen, Zahnbehandlungen oder Geburten; die Wirkung, die damit erzielt werden kann, übertrifft sogar die stärksten Narkosemittel. Die Anästhesie-Hypnose hat außerdem noch den Vorteil, dass der Organismus nicht toxisch belastet wird; oft ist sie sogar die einzige Möglichkeit der Anästhesie bei z.B. Schwerstbrandverletzten.




